| Afrob
- Afrob |
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Posted:
11/7/2001 4:29:34 AM by
emm
Jeder, der deutschen Hip Hop hört, kennt ihn: Afrob, seines Zeichens Stuttgarter MC, Mitglied des Kolchmobs und verantwortlich für solch bekannte Tracks wie "Reimemonster" feat. Ferris MC oder DJ Thomillas "Get Up" feat. Afrob. Sixshot traf Afrob backstage im Luzerner KKL und sprach mit ihm über das, wodurch er berühmt geworden ist: Hip Hop
Arfob, du hast ja mit dem aktiven Hip-Hop neben der Schule begonnen, du hattest das mehr als Hobby gemacht und da auch die ersten Featurings gehabt. Wie, wann und in welchem Alter bist du eigentlich zum Hip-Hop gekommen? War das immer ein Kulturgut, das in dir verankert war?
Das hast du sehr schön gesagt! Das ist so! Ich hab eigentlich sehr spät angefangen, Hip-Hop zu hören, das war so mit 13 Jahren als ich begonnen habe, Hip-Hop zu hören und diesen auch nachzurappen, ich konnte wirklich perfekt nachrappen! Doch man kann nicht sagen, dass ich das als Hobby gemacht habe, das war so der „way of life“, denn Hobbys hatte ich andere wie Fussballspielen und solche Sachen. Hip-Hop ist für mich mehr Musik. Denn ich bin auch auf ganz anderem Weg zum Hip-Hop gekommen. Da war zuerst die Message, die mich geflasht hat, bevor mich der Sound auch begonnen zu flashen! Seit ich 17 Jahre alt bin reime ich jetzt so richtig, habe da auch begonnen, Texte zu schreiben.
Kannst du sagen, wer dich inspiriert hat? Welche HipHop-Bands dich geflasht hatten? Wer dich zum Reimen bewogen hat?
Das war natürlich unterschiedlich. Zum einen waren da die Leute um mich herum,
das waren meinen Freunde, die schon viel gemacht hatten, sie hatten schon Konzerte organisiert und auch schon selbst gespielt, während ich nur Hip-Hop gehört habe! So kam ich in diese Szene hinein! Im musikalischen Bereich hatte mich „KRS one“ oder auch „Public Enemy“ geflasht.
Dein erstes grösseres Featuring war ja „Afrokalypse“ mit den „Spezializtz“ zusammen, die ja nicht aus deiner Stadt kamen. Wie bist zu diesem Featuring gekommen? Die Single kannte man auch hier in der Schweiz und da warst du plötzlich als ein Stuttgarter Nobody auf einer Single, die aber recht bekannt war. Wie kam es dazu?
Ich habe die Spezializtz über die F.A.B.-Jungs kennengelernt, wir waren bei ihnen im Studio, da habe ich sie kennengelernt. Wir haben ungefähr den gleichen Flash geschoben, schieben ihn noch immer. Das sind wie Brüder für mich!!
Das ist ja eine Kollabo, die du immer wieder betreibst, sie sind ja auf deinem Album und du wirst sicher auf ihrem neuen Album wieder zuhören sein. Wird das neue Album in einem ähnlichen Style sein wie es schon das letzte war?
Musikalisch glaub’ ich eher, dass es in einen andere Richtung geht! Alles geht einen Schritt nach vorn! Was auch sehr wichtig für ein zweites Album ist, ist, dass da eine Entwicklung stattfindet. Ich kann jetzt nicht für die Jungs sprechen, ich kann nur für mich sprechen, ich hab die Platte auszugsweise gehört und sie ist ziemlich fett!
Zu deinem Album. Es ist schon häufig bemerkt worden, dass du als Einzelartist sehr viele verschiedene Produzenten hattest. Auf „Rolle mit Hip-Hop“ sind ja sehr viele verschieden Produzenten zu hören...
Ja, es sind genau sechs!
...Erhoffst du dir damit, das sehr viele Styles zusammenkommen, oder was hat das für eine Bedeutung für dich?
Weisst du, das wichtigste ist, dass du weist, was du kannst und was du nicht kannst! Denn wenn du versuchst, irgendetwas anderes zu droppen, was du einmal gehört hast und was du auch ziemlich geil findest, und dann versuchst auf diesem Level zu burnen - das ist der falsche Weg! Du musst dich auf deine Stärken besinnen! Das ist wie im Fussballspielen: Es gibt vielleicht einen, der kein Vollstrecker ist, doch er kann den Ball halten, dann soll er sich lieber darauf konzentrieren den Ball zu halten. Deswegen gibt es verschiedenen Positionen auf dem Feld! Sonst gibt es keine Mannschaft! Und sonst gäbe es keine Hip-Hop-Community. Ich habe früh gemerkt, dass ich ein vielseitiger MC bin und hab mich auf das konzentriert! Ich mach da keine grosse Sache daraus, für mich war das schon immer klar, dass, wenn ich eine Platte mache, dass ich diese mit meinen Leuten mache! Das sind die, die ich auch kenne und die mich auch kennen! Die wissen wie ich abgehe und so.
Es gibt ja zwei Tracks von dir, die man in den Charts hört. Das ist einmal „Reimemonster“ und der Track von Dj Tomekk „1,2,3...“. Wie stehst du dazu, in den Charts zu sein? Es gibt ja viele Leute, die von Hip-Hop als Undergroundkultur sprechen und die sagen, dass das nicht mehr real ist. Wie siehst du das?
Dieses Chartphänomen interessiert mich einen Scheissdreck!! Natürlich freut es dich, wenn du weißt, das es Leute gibt, die kaufen dein Album in einer bestimmten Zeit, so dass du in die Charts kommst. Erstens heisst Charts nicht gleich Geld verdienen, denn es gibt noch Ausgaben, die du da drum herum hast und solche Sachen!! Wenn die Leute das einmal wüssten!! Es gibt jetzt Leute, die vor fünf Jahren auf den abgefucktesten Partys gespielt haben, die sich den Arsch wund gespielt haben, die haben dafür gesorgt, dass es so wachsen konnte und noch immer wächst! Wenn ich eine geile Platte höre, dann will ich, dass der 5 Millionen Stück verkauft, denn das ist geil! Ich gönne den Leuten das! Weisst du, du kannst die Leute nicht einfach hassen, nur weil sie jetzt in den Charts sind! Ich war früher auch so drauf! Und jetzt bin ich anders. Ich sehe das jetzt schon differenzierter.
Hast du bestimmte Zukunftspläne?
Ja schon, ich möchte gesund bleiben! Ich möchte, dass die Leute, die ich liebe, dass die gesund bleiben, dass ist das wichtigste! Natürlich werde ich auch ein zweites Album machen, ich werde sogar ein drittes machen so Gott will!
Wem möchtest du danken?
.... Das kann ich so kurz nicht sagen! Das wisst ihr selbst, was es alles braucht, bis man das ist, wo man jetzt ist! Und wisst ihr, Hip-Hop ist nicht mein ganzes Leben, es ist nur ein Teil meines Leben. In meinem „andern Leben“ habe ich sehr viel gelernt von Leuten, die ich jetzt nie wieder sehe! Natürlich möchte ich meiner Familie und meinen Freunden danken!
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